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Zwischenevaluierung der LEADER-Förderperiode 2014 - 2020

Die Lokale Entwicklungsstrategie LEADER 2014 - 2020 sieht in der Mitte der Förderperiode eine Zwischenevaluierung vor. Diese wurde im Rahmen eines Evaluierungsworkshops am 29.11.2018 in St. Gereon Forchheim durchgeführt. Die Ergebnisse und Auswertungen sind dem folgenden Evaluierungsbericht zu entnehmen:

 Evaluierungsworkshop am 29.11.2018 in St. Gereon Forchheim

 1.    Methoden

 Die Zwischenevaluierung der LAG Kulturerlebnis Fränkische Schweiz e. V. ist in der LES der LAG auf S. 58 beschrieben. Dort sind als Evaluierungsmethoden ein Bilanzworkshop und die Dokumentation der Gesamttätigkeit vorgegeben. Die Dokumentation liegt in Form des Aktions- und Monitoringplanes vor. Der Bilanzworkshop hat am 29.11.2018 in St. Gereon in Forchheim stattgefunden. Die theoretischen Grundlagen sind in Anlehnung an die einschlägigen Anleitungen der Forschungsgruppe Agrar- und Regionalentwicklung Triesdorf vom 16.09.2013, im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, erfolgt.

 2.    Lokale Aktionsgruppe

 2.1. Darstellung und Bewertung von Struktur, Arbeitsweise und Rechtsform der LAG

 Die Lokale Aktionsgruppe wurde am 14. März 2001 als eingetragener Verein gegründet. Die anfängliche Zahl von 34 Mitgliedern ist inzwischen auf 75 Mitglieder angewachsen. Die Aktionsgruppe beinhaltet mindestens 50 % WISO-Partner, die auch dementsprechend in der Vorstandschaft vertreten sind. Das Zielgebiet der LAG ist identisch mit dem Gebiet des Landkreises Forchheim.

Die Arbeitsweise der LAG hat sich in strategischer Hinsicht als effizient bewährt. Die Ideenfindung aus dem Mitgliederpool sowie den zahlreichen Arbeitsgruppen, die sich zusätzlich durch Experten und weitere Projektbetroffene ergänzten, wurde durch das LAG-Management koordiniert und katalysiert.

Dabei hat sich die Verbindung der Vorstandschaft mit 6 Vertretern der WISO-Partner und 3 Vertretern der kommunalen Politik als positive Grundlage erwiesen, da in erster Linie durch die WISO-Partner pragmatische und innovative Beiträge geleistet wurden. Die WISO-Partner der Vorstandschaft setzten sich aus Vereinsvertretern, Vertretern von Banken, Unternehmen und Privatpersonen (Jugend- und Frauenvertreter) zusammen.

Die Mitarbeit und Mitgliedschaft in der LAG stand allen interessierten juristischen und natürlichen Personen offen. Die Arbeitsabläufe wurden transparent gehalten und sind verbindlich über Satzung und Geschäftsordnung definiert. Das aktuelle Arbeitsgeschehen konnte von Interessenten jederzeit und von überall über die Internetseite der LAG abgerufen werden.

Das wichtigste Gremium der LAG Kulturerlebnis Fränkische Schweiz ist die LAG - Vollversammlung, deren Funktion die Kontrolle der Gesamttätigkeit und der wesentliche Basis-Input ist. Außerdem wählten die Mitglieder der Vollversammlung das Vorstands- und Lenkungsgremium mit mindestens 50 % WISO-Partnern als Entscheidungsebene. Die Vollversammlung beschloss ferner die Lokale Entwicklungsstrategie, deren Modifizierung und Fortschreibung.

 2.2. Darstellung und Bewertung von Beteiligungsstrukturen und Öffentlichkeitsarbeit

 Die Arbeit der LAG und Mitwirkung am Entwicklungsprozess stand grundsätzlich allen Beteiligten offen. Das Management ermunterte zusätzlich prozessrelevante Akteure darüber hinaus zur Mitarbeit. Für alle Projekte gab es Arbeitsgruppen und Diskussionskreise, die konstruktiv mitwirkten (siehe Aktionsplan). Diese Tätigkeit war die wichtigste Säule der LES-Umsetzung. Die Beschlüsse in der Vorstandschaft wurden überwiegend einstimmig und bei vollzähliger Anwesenheit der Mitglieder getroffen. Die Vollversammlungen waren mit 50 % Anwesenheit der Mitglieder gut besucht. Die Öffentlichkeit wurde über Homepage und Presse regelmäßig von den wichtigsten Abläufen und Ergebnissen in Kenntnis gesetzt. Es wurden neue Kooperationspartner gefunden und der Bekanntheitsgrad konnte durch dieses Gesamtpaket an Öffentlichkeitsarbeit eindeutig gesteigert werden.

 2.3. Arbeitsstrukturen der LAG

 Das LAG-Management arbeitete in der gewohnten Zusammensetzung wie in den vorausgegangenen Förderperioden. Dadurch erfuhr die Arbeit einen hohen Grad an Kontinuität und Fortschreibung. Das betraf die Projektentwicklung, die stabile Verfolgung der Entwicklungsziele und den Vernetzungsgrad mit Behörden, Wissenschaft und Politik. Diese Einschätzung schlug sich in der Bewertung der Arbeit des LAG-Managements bei der Workshop-Befragung nieder. Bei 5 Kategorien und 24 Befragten wurde die Arbeit von 23 Befragten mit sehr positiv und von einem Befragten mit positiv bewertet.  Für eine neutrale oder negative Bewertung gab es keine Stimme.

 Das Management investierte erneut viel Arbeitsenergie in Kooperationsprojekte, insbesondere in das 4 weitere LAGs umfassende Großprojekt „Wanderleitsystem Fränkische Schweiz“. Ebenso wurde auch im Berichtszeitraum erneut die Vernetzung mit ausländischen LAGs hergestellt, so mit 2 LAGs in Slowenien und Südtirol/Italien. Dort wurden die Kernaussagen der LES präsentiert.

 2.4. Konsequenzen für den weiteren Ablauf der Förderperiode

 Das Management kann feststellen, dass die in der LES festgelegten qualitativen und quantitativen Indikatoren einen hohen Erfüllungsgrad erreicht haben. Der möglichst vollständigen Zielerreichung gilt bis zum Ende der Förderperiode ein wesentliches Augenmerk.

 Ein weiteres Ziel für das Management ist die verbesserte Zusammenarbeit und Vernetzung mit den 3 im Zielgebiet vorhandenen ILE-Gruppen. Dort soll in Bezug auf das Thema Leerstandsmanagement eine Arbeitsgruppe initiiert werden.

  1. 3.    Entwicklungsziele und Projekte

 Der Bewilligungs- und Umsetzungsstand der LES ist aus den in der Anlage beigefügten Tabellen ersichtlich. Die LAG hat somit ihr Gesamtziel bereits zum Zeitpunkt der Zwischenevaluierung weitgehend erreicht, was ebenso aus der deutlichen Erreichung aller gesetzten Meilensteine ersichtlich ist. Die Erreichung der einzelnen Entwicklungsziele ist differenziert zu bewerten. Wesentliche Abweichungen von der LES waren nicht zu verzeichnen.

  1. 4.    Entwicklungsstrategie und Zielerreichung

4.1. Zielkontrolle

Wie ausgeführt, sind die Zwischenziele der LES erreicht worden. Das Erreichen des Entwicklungsziels 1 Anerkennung der Fränkischen Schweiz als Qualitätswanderregion mit starkem Kultur- und Gesundheitsprofil  attestierten 17 Teilnehmer des Workshops mit einem sehr hohen Auszeichnungsgrad, 6 Teilnehmer beurteilten einen hohen Grad und 1 Teilnehmer sah die Annäherung neutral.

 Das Erreichen von EZ 2 Profilierung als Region landwirtschaftlicher Sonderkulturen und Erhalt der Kulturlandschaft unter ökologischen Aspekten sahen 4 Teilnehmer als sehr stark erreicht, 17 Teilnehmer gaben eine gute Annäherung an und 7 Teilnehmer sahen eine neutrale Zielerreichung.

 Bei EZ 3 Die Ortschaften im Zielgebiet als menschliche Lebensräume mit optimierter Infrastruktur sahen 7 Befragte das Ziel in sehr hohem Maß erreicht, 10 mal wurde eine hohe Erreichung attestiert, 6 mal neutral, 1 mal wurde der Beitrag zur Zielerreichung negativ bewertet.

 In einer Gesamtbeurteilung kann hinzugefügt werden, dass bei EZ 2 das Projekt „Erhalt der traditionellen Bewässerung Europas“, von Leader initiiert, über den Naturschutzfonds umgesetzt wurde, was der Zielerreichung dieses EZ zusätzlich gutgeschrieben werden kann.

 Bei EZ 3 ist das Projekt „Sanierung des historischen Scheunenviertels Gräfenberg“ inzwischen beim BLfD gelistet. Das Projekt „Funktionszuweisung der ehemaligen Jugendherberge Gößweinstein“ ist über das BRK umgesetzt. Dadurch ist die Zielerreichung bei EZ 3 objektiv ebenso nach oben zu korrigieren.

 Hinzu kommt, dass das Großprojekt „Nutzung des Bahnhofsareals Behringersmühle“ ein Nutzungskonzept außerhalb der Leaderfinanzierung erfahren hat, ebenso das Projekt Chorakademie Weißenohe. An beiden Projekten ist das LAG-Management mit intensiver Arbeit beteiligt. Beide werden vermutlich „Schwergewichte“ der neuen Förderperiode sein.

 Bei einigen vorgesehenen Projekten ist der potentielle Projektträger gegenwärtig nicht in der Lage, in die Realisierungsphase zu gelangen. Bei weiteren Ansätzen findet sich kein geeigneter Projektträger

 4.2. Steuerungsaktivitäten und strategische Änderungen

 Eine nötige Kurskorrektur und Umsteuerung haben alle Workshop-Teilnehmer verneint. Das heißt, alle Leaderakteure wähnen die LAG auf dem richtigen Weg. Das wird dadurch verdeutlicht, dass dem LAG-Management von 23 Befragten eine sehr gute Arbeit und von einem Befragten eine gute Arbeit bescheinigt wird.

 In einer offenen Frage wurde nach weiteren Zielen, Strategien und Potentialen gefragt. Diese können als erste Hinweise für einen neuen LES-Prozess bewertet werden.

 4.3. Konsequenzen für den neuen LES-Prozess

 In der neuen LES zeichnen sich bereits jetzt Entwicklungsziele und Schwerpunkte ab. Zum ersten wird die Ortsentwicklung mit den auf die nächste Periode geschobenen Projekten „Nutzung des Bahnhofsareals Behringersmühle“ und „Chorakademie Weißenohe“ eine besonderen Rolle spielen. Zum zweiten spiegeln auch die Anregungen der Workshop-Teilnehmer das Bedürfnis nach Stärkung der Ortschaften und ihrer Dorfkultur wieder. Das gleiche gilt für die Themen Bildung und Stärkung des Selbstbewusstseins und der Identität.

  1. 5.    Zusammenfassung

 Die LAG hat bei der Projektbewilligung und –umsetzung ihre Zwischenziele absolut erreicht. Das gleiche gilt für die Annäherung an die gesetzten Entwicklungsziele. Dem Management wird eine sehr gute Arbeit durch die Leaderakteure bescheinigt. Eine Steuerung ist nicht erforderlich. Es  liegt das Ziel des Managements vor, bis April/Mai 2019 die letzten Anträge einzureichen. Diese sollen primär in den Entwicklungszielen 2 und 3 liegen, um eine möglichst ausgeglichene Zielerreichung vorlegen zu können. Für die LES ab 2020 zeichnen sich bereits jetzt deutliche Konturen ab.

 Forchheim, 17.12.2018

 gez.

Anton Eckert

LAG-Management

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