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Der "Brunnweg Engelhardsberg"

Die Fränkische Schweiz ist jährlich zur Zeit des Osterfestes hochattraktiver Anziehungspunkt für Kurzzeittouristen, die sich dem Phänomen der üppig geschmückten „Osterbrunnen" nicht entziehen können. 

Vor allem für den Nahtourismus in der Fränkischen Schweiz ist dieses Phänomen von hoher, auch wirtschaftlicher Bedeutung. Von ebenso wesentlicher Aussagekraft ist allerdings auch die Frage nach dem Ausgangs- und Ursprungspunkt dieses Brauches. Die meisten Volkskundler sind sich einig, dass das Hauptverbreitungsgebiet dieser Sitte im wasserarmen Gebiet der Fränkischen Schweiz liegt. In dieser Region wiederum ist Engelhardsberg und sein Brunnweg einer der Ausgangspunkte.

Die Dörfer auf der Jurahochfläche hatten bis Ende des 19. Jahrhunderts unter ständiger Wassernot zu leiden, da es Wasserleitungen wie heutzutage nicht gab und das durchlässige Gestein kein natürliches Wasserreservoir zulässt. So mussten sich die Dorfbewohner mit gesammeltem Regenwasser behelfen. Allerdings war eine mit Dachwasser versorgte Zisterne nur selten finanzierbar.

Die einzige Möglichkeit frisches Trinkwasser zu erhalten, war der durchaus mühsame Gang zu den Quellen im Wiesenttal. Von dort wurde das Wasser in kleinen Fässchen mit einem Fassungsvermögen von circa 14 Litern mit einem auf dem Rücken befestigten Tragegestell, dem sogenannten Reef, zu den Dörfern der Hochfläche getragen.

Bäuerin auf dem Brunnweg
Bäuerin auf dem Brunnweg

Der "Brunnweg" nach Engelhardsberg im Markt Wiesenttal ist in seiner tradierten Route noch vollständig erhalten. Er überwindet den steilen Berghang aus dem Tal in Serpentinen.

Wagen Sie doch einmal selbst diese spannende Wegstrecke des Trinkwassertransports, die einst bäuerliche Großfamilien tagtäglich nutzten. Sie brauchen auch nicht ein 14 Liter schweres Fässchen mitschleppen!

Zur kurzen Rast befinden sich auf der Strecke noch immer die historischen "Ruhsteine", auf denen die Träger ihre Last absetzen konnten.

Wenn Ihnen nach dieser Tour die Wanderlaune noch Hold ist, lohnt sich ein kleiner Abstecher zum 250 Meter entfernten Naturdenkmal "Riesenburg".

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