Menü

Sie befinden sich hier:

Schloss Wiesenthau

€Der Ort wird 1062 als Wisentouuva erstmals urkundlich erwähnt. Ab dem 12. Jh. kann ein Bamberger Ministerialengeschlecht nachgewiesen werden, das sich „von Wiesenthau“ nennt. Zweiglinien dieser Familie finden sich später auf benachbarten Burganlagen in Dietzhof, Hundshaupten, Kersbach, Kirchehrenbach, Kolmreuth, Pinzberg, Pretzfeld und Rüssenbach.

Teile des Eigenbesitzes werden im 14. Jh. für fromme Stiftungen verwendet, aber auch veräußert. Die zunehmende Verschuldung Ende des 16. Jh. führt zu Besitzverkäufen. 1637 stirbt die Linie zu Wiesenthau aus. Das Rittergut steht zeitweise unter Zwangsverwaltung und geht an einen anderen Familienzweig über. Zusätzliche Einkünfte bringen die Schutzjuden. Im Jahre 1814 stirbt der letzte Freiherr von Wiesenthau. €

Epitaphien in den Kirchen von Kirchehrenbach, Scheßlitz und Wiesenthau erinnern noch heute an das ehedem in der südlichen Fränkischen Schweiz sehr begüterte und einflussreiche Geschlecht. €

Die Burg bzw. das spätere Schloss war ursprünglich freies Eigen, war also von keinem Lehensherrn abhängig. 1379 wird zunächst ein Teil der Veste an den Bischof verkauft, in der Folge ganz zu Lehen aufgetragen. Bis 1460 haben auch andere Adelsgeschlechter Anteil an der Burg. 1814 fällt das Rittermannlehen an den König von Bayern als Rechtsnachfolger der Fürstbischöfe.

€1819 veräußert der Staat das Schloss an die Freiherren von Horneck zu Thurn. Im 20. Jh. wechseln sich in rascher Folge private Eigentümer ab. Heute werden die Räumlichkeiten für Tagungen und Veranstaltungen genutzt. In einem Seitenflügel befindet sich eine Weinstube, im Freien ein Biergarten. €

Schloss Wiesenthau wird wiederholt Opfer kriegerischer Auseinandersetzungen. Beim Einfall der Hussiten ist es zum Teil zerstört worden, ebenso 1525 im Bauernkrieg. Ursprünglich umgab die Anlage ein Burggraben, die jetzige Schlossmauer wurde 1564 errichtet. An der Südwestecke der Ummauerung befindet sich das Pförtnerhaus von 1786. Der Schlossgarten lag außerhalb der Umfassung. €

Engen Bezug zum Schloss hat die östlich von ihm gelegene Pfarrkirche St. Matthäus, die aus einer Burgkapelle hervorgegangen ist. Turm und Fassade sind spätmittelalterlich. Die Seitenwände des Langhauses sind im 16. Jh. erneuert worden. Durch Erhöhung 1868/69 und Verlängerung samt Choranbau nach Osten im Jahre 1901 erhält das Gotteshaus seine heutige Gestalt

Infotafel als PDF anzeigen

Top