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Literatur- und Schlüsselbergerweg

 

Projektträger: Stadt Ebermannstadt
Kooperationsprojekt: Beteiligte Lokale Aktionsgruppen (LAG):

LAG Kulturerlebnis Fränkische Schweiz e.V. (federführend)
in Kooperation mit:
LAG Bayreuther Land e.V.


Aktueller Projektstand: Das Projekt befindet sich aktuell in der Umsetzung.


Das Projekt Literatur- und Schlüsselbergerweg erarbeitet zwei Wanderrouten durch die Fränkische Schweiz, die einerseits die Region in ihren literarischen Besonderheiten erschließen, andererseits die Geschichte eines der wichtigsten und einflussreichsten Adelsgeschlechts der Region erlebbar machen.

Ein Wanderweg verläuft auf den Spuren des edelfreien Geschlechts der Schlüsselberger und verbindet deren Hauptstandorte Waischenfeld und Ebermannstadt über 13 Points of Interest (POI). Ursprünglich stammten sie aus Adelsdorf im Aischgrund, weswegen sie im 12. Jhd. zunächst den Namen Othlohesdorf trugen. Ihren zentralen Jurabesitzt gründeten sie mit ihren Burgen Schlüsselstein ob Ebermannstadt und Schlüsselberg ob Waischenfeld. Letztere gab dem Geschlecht schließlich ihren Namen. Beide Burgen sind heute nur noch ein Burgstall. Spätestens Ende des 13. Jhd. gaben sie beide Burgen zugunsten der weit größeren und repräsentativeren Burg Waischenfeld und der Großanlage Neideck auf. Bis dahin hatten die Schlüsselberger schon längst hohes Ansehen erlangt und verfügten über umfassende Besitztümer in der Region. Wegen der Verdienste des Schlüsselbergers Konrad II. erhielten die schlüsselbergischen Städte Waischenfeld und Ebermannstadt Anfang des 14. Jhd. die Stadtrechte verliehen. Auf dem Schlüsselberger Weg passieren Sie alle wichtigen Standorte der Schlüsselberger, dazu zählen auch Gößweinstein und Wiesenttal, und tauchen dabei ein in die regionale und die Reichsgeschichte der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

 

Der zweite Wanderweg erschließt die literarische Dimension der Region auf 24 POI’s anhand zweier Ereignisse von internationaler Geltung. Die regionale Literaturgeschichte erstreckt sich von der Romantik ab Ende des 18. Jhds. bis in die Nachkriegsliteratur des letzten Jhds.

Franken gilt als die Wiege der Romantik, denn die Deutsche Romantik hat in der Fränkischen Schweiz ihren Ausgangspunkt. Eingeleitet haben diese Epoche der deutschen Geistesgeschichte die beiden Studenten der Erlangener Universität Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder. 1793 unternahmen sie zu Pfingsten eine Reise durch die Fränkische Schweiz und das Fichtelgebirge. Die Briefe, die sie während ihrer Pfingstreise in die Berliner Heimat verschickten und in denen sie von den spektakulären Tropfsteinhöhlen und märchenhaften Landschaften berichteten, machten die beiden zu den Protagonisten der romantischen Geisteshaltung. Noch bevor das Muggendorfer Gebürg von Schriftstellern und Malern künstlerisch erschlossen wurde, stand es im großen Interesse der Höhlenforscher und Paläontologen. Den großen naturwissenschaftlichen Durchbruch markiert das 1774 erschienene Werk des Uttenreuther Pfarrers Friedrich Esper zu seinen Ausgrabungen von Zoolithen in der Zoolithenhöhle bei Burggaillenreuth. Schon bald waren Forscher aus London und Frankreich an den fränkischen Höhlen interessiert und somit erlangten die Höhlen der Fränkischen Schweiz ein Ansehen über regionale und nationale Grenzen hinaus.

Das zweite wichtige Ereignis der deutschen Literaturgeschichte ist die Tagung der Gruppe 47 in der Pulvermühle bei Waischenfeld. Vom 05. bis 09. Oktober 1967 war diese Örtlichkeit der letzte Tagungsort dieser bedeutenden Vereinigung von Literaten im 20. Jhd. Unter ihrem Organisator Hans Werner Richter versammelten sich fast alle Größen der deutschen Nachkriegsliteratur. Das Treffen der etwa 80 Literaten stand unter dem Eindruck der studentischen Revolten und politischen Unruhen dieser Zeit.

 

Printmedien, Beschreibungen zu den POI’s und entsprechende Wanderkraten zu beiden Themen, den Schlüsselbergern und der Literaturgeschichte, sollen interessierte Besucher und Wanderer auf den literaturhistorischen und regionalgeschichtlichen Spuren durch die Fränkische Schweiz leiten. Auf einer Internetseite werden die Beschreibungen der POI’s und Wege mit Videos, Audios, Fotos und Texten ergänzt sein, die auch offline nutzbar sein werden. Um auch eine regionale Wertschöpfungskette zu schaffen, sollen örtliche Gasthäuser und Betriebe mit regionalen Produkten in die Wanderwege einbezogen werden. Für eine nachhaltige Attraktivität beinhaltet die Konzepterstellung geführte Wanderungen, besondere Fahrten mit z.B. Kutschen, Literaturveranstaltungen und -Lesungen und Veranstaltungen zur Orts- und Stadtgeschichte. Zudem sollen die beiden Wanderwege mit der bereits bestehenden Infrastruktur wie der Museumsbahnlinie des DFS e.V. Ebermannstadt-Behringersmühle, Radwegen und dem Wanderleitsystem Fränkische Schweiz vernetzt werden.

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